Die nachhaltige Mobilitätswende für Augsburg

Im Ballungsraum Augsburg wohnen über 800.000 Menschen, die sich auf unterschiedliche Art fortbewegen. Sei es zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem eigenen Auto … oder dem öffentlichen Nahverkehr. Die stark ansteigende Zahl von Fahrzeugen führt zu vollen Straßen und Stau. Die letzten Jahrzehnte wurde vergeblich versucht, mit Straßenneubauten und -Ausbauten dem Verkehrskollaps entgegenzutreten. Auch technologische Weiterentwicklungen in den KFZ erweisen sich nicht als Lösung.

Ein Umstieg vom eigenen Fahrzeug auf den öffentlichen Nahverkehr ist oft keine Alternative, da schnelle Verbindungen fehlen oder die Fahrzeit deutlich länger ist im Vergleich zum PKW.

Das Mobilitätskonzept „Verkehr 4.0 für den Ballungsraum Augsburg“ fordert u.a. auf allen Bundesstraßen und der A8 Schnellbusse im 5-Minuten Takt. Vom „Land“ kommend werden die Buslinien auf der B17, A8 und Schleifenstraße um Augsburg weitergeführt. Somit entfällt der zeitaufwendige und lange Umweg über die Innenstadt, was zu deutlichen Zeiteinsparungen im ÖPNV führt. Die  Ringbusline verbindet zusätzlich die Straßenbahnaußenäste miteinander und verkürzt die Fahrzeit in den Außenbezirken deutlich.

Schritte zu einem besseren öffentlichen Personennahverkehr im Ballungsraum Augsburg

 Linienplan Schnellbuslinien für den Ballungsraum AugsburgGeforderte Schnellbuslinien im Ballungsraum Augsburg mit den Schnellbuskreuzen (SBK)

Das Mobilitätsangebot im Ballungsraum Augsburg muss schnell an die Bedürfnisse der Bevölkerung angepasst werden. Dafür bedarf es:

  1. Einen Ringbus um die Stadt Augsburg im 5-Minuten-Takt, welcher auf der B17, A8 und Schleifenstrasse geführt wird. Damit entfallen lange Fahrzeiten über die Stadtmitte. Somit werden auch die Straßenbahnlinien an den Außenbereichen miteinander Verbunden.
  2. Schnellbusse auf allen Bundesstraßen und der A8 im 5-Minuten-Takt. Diese Schnellbuslinien fungieren als hochfrequentierte ÖPNV-Linien vom Land nach Augsburg. Die Schnellbuslinien vom Land werden in das Ringbusnetz um Augsburg integriert und schaffen so schnelle Verbindungen um die Stadt. Eine „Brechung“ der Buslinien an der Stadtgrenze findet nicht statt. Für Fahrten in die Innenstadt wird die Straßenbahn verwendet. Die Anbindung der Ortschaften auf dem Land an die Schnellbuslinien wird auf lokaler Ebene umgesetzt (Buslinien, Anrufsammelbusse, …). 
  3. Bau von Schnellbuskreuzen / Mobilitätszentren in Augsburg Nord (bei Fernbusbahnhof), Augsburg Ost (nähe AZ) und Universität. Die Schnellbuskreuze ermöglichen ein schnelles Umsteigen in die jeweiligen Schnellbuslinien und die Expressbuslinien. Weiterhin dienen Sie als Mobilitätszentrum für die AVV-Busse, Straßenbahn, DB-Bahnhof und Fernbuslinien (soweit möglich)
  4. Einrichtung provisorischer Buslinien von den Straßenbahnenden zu den DB-Bahnhöfen. Somit wird das Straßenbahnnetz an den Außenästen an die Regionalbahn angeschlossen, was die Fahrzeiten oft deutlich reduziert.
    • Lechhausen neuer Ostfriedhof (Linie 1) – Hochzoll 
    • Universitätsklinikum (Linie 2 oder die geplante Linie 5) – Bahnhof Neusäß oder Westheim
    • Friedberg West (Linie 6) – Bahnhof Friedberg
    • Königsbrunn (Linie 3 – in Bau) – Bahnhof St. Afra (bei Mering)

Das heutige Verkehrskonzept für den Ballungsraum Augsburg ist auf den motorisierten Individualverkehr ausgelegt, welcher stetig ansteigt. Im Gegensatz dazu sind die Nutzerzahlen im ÖPNV nahezu konstant. Eine schnelle und flexible Mobilität innerhalb des Ballungsraumes Augsburg und darüber hinaus ist sehr oft nur mit dem eigenen PKW erreichbar. Dies bedeutet, dass Mobilität mit einem eigenen PKW erkaufbar ist, dass man in Augsburg schneller unterwegs ist, wenn man es sich finanziell leisten kann.

Dies wurde auch in der Stadt Augsburg bei CSU, SPD und Günen erkannt und es waren zentrale Forderungen von Verkehr 4.0 für den Ballungsraum Augsburg in den Wahlprogrammen zur Kommunalwahl 2020 zu finden -> Hier gehts zum Vergleich der Wahlprogramme

Mobilität für alle bis 2023

Das Konzept „Verkehr 4.0 für den Ballungsraum Augsburg“ zeigt einen Lösungsweg auf, um in kürzester Zeit (siehe Zeitplan) und ohne große Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen, ein zukunftsweisendes Verkehrskonzept mit Schwerpunkt öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) aufzubauen. Daher fordert das Konzept neben einer Verlängerung der Straßenbahnlinien zu den DB-Bahnhöfen vor allem auch die Einführung von Schnell- und Expressbussen mit hoher Taktung auf allen Hauptverkehrsachsen, wie in obiger Graphik dargestellt ist. Dies ist in wenigen Jahren machbar.

2020 die Weichen für die Mobilität der Zukunft stellen

Im Ballungsraum Augsburg wird das Nahverkehrsnetz von der Bahn, dem AVV und den Stadtwerken aufgestellt und betrieben. Das heutige Streckennetz des AVV wurde im Nahverkehrsplan 2015+ festgelegt. Erweiterungen des Streckennetztes sind laut AVV erst mit einem neuen Nahverkehrsplan möglich. Der neue Nahverkehrsplan wird seit Juni 2020 neu geplant und voraussichtlich 2021 extern zur Ausarbeitung vergeben (Quelle: Stadtwerke Augsburg). Dies bedeutet, dass 2020 die Möglichkeit besteht, das Nahverkehrsnetz so zu erweitern, daß zum einen mehr Bürger auf den ÖPNV umsteigen und daß mit neuen Schnell- und Expressbuslinien die Fahrzeit im ÖPNV massiv reduziert wird. Desweiteren besteht jetzt für den Augsburger Stadtrat und die Landkreise Augsburg, Aichach-Friedberg und Dillingen die Möglichkeit, die Pariser Klimaschutzziele lokal umzusetzten. Diese Change muss parteiübergreifend wahrgenommen werden!

Das ÖPNV-Mobilitätskonzept „Verkehr 4.0 für den Ballungsraum Augsburg“ stellt dafür eine mit Zahlen fundiere Diskussionsgrundlage dar. Es gilt nun, die ÖPNV-Konzepte der Parteien (falls vorhanden) sachlich und wissenschaftlich miteinander abzugleichen, um eine gerechte, zuverlässige und klimaweisende Mobilität im Ballungsraum Augsburg zu ermöglichen.

Die Statistiken für 2019 zeigen, dass die Anzahl der KFZ pro 1000 Einwohner in Augsburg weiter ansteigt. Dies zeigt, dass das heutige ÖPNV-Angebot die Mobilitätsteilnemer nicht dazu bringt, an der zwingend notwendigen klimaneutralen Verkehrswende teilzunehmen. Stattdessen steigen im Juli 2020 die Fahrpreise im AVV wieder deutlich an, ohne eine Verbesserung des ÖPNV-Netzes.

Lücken im ÖPNV

Das ÖPNV-Netz mit Zug, (Überland-) Bus und Strassenbahnnetz ist im Ballungsraum Augsburg sternförmig aufgebaut und wird von der Bahn, der AVV und den Stadtwerken bereitgestellt. Eine schnelle und leistungsfähige Ringverbindung ist nicht vorhanden. Die neuen Schnellbuslinien schaffen eine hochfrequentierte Ringverbindung um das Augsburger Zentrum und folgt den sehr hohen Mobilitätsströmen. Mehr… auf den Seiten Nahverkehr heute und Lücken im heutigen Netz.

Fehlende Verbindungen der Straßenbahnzweige im Außenbezirk

Ziel des Konzeptes – halb so viel Individualverkehr bei besserer Mobilität

Ziel des Konzeptes ist es, bis zum Jahr 2026 (nächste Kommunalwahl) die CO2 Emissionen im Verkehrssektor zu halbieren. Die Halbierung der Emissionen im Verkehrsbereich ist  im Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung bis 2030 festgeschrieben und muss unter anderem durch die Bundesländer und die Kommunen mit umgesetzt werden. Diese  massive  Reduzierung des Energieverbrauchs ist durch Optimierungen der KFZ-Flotte bis 2030 nicht umsetzbar. Somit kann dieses bundesweite Ziel nur durch eine Halbierung des motorisierten individuellen Verkehrs, also dem Auto, erreicht werden. Um dies zu erreichen, muss bis 2023 auf allen Bundesstrassen und mindestens der A8 ein Schnell- und Expressbusnetz installiert werden. Wird das Modell eines 5-Minutentaktes für die Hauptverkehrszeiten und eines 7,5 Minuten Taktes in den Nebenzeiten herangezogen (siehe PDF im Downloadbereich) können bei der angenommenen Busauslastung ca. 13.640 Personen pro Tag befördert werden, was ca. 12.000 KFZ / Tag entspricht. 

PKW-Verkehrszählung im Ballungsraum Augsburg

In der nachfolgenden Graphik sind die Fahrzeuge pro Tag an verschiedenen Stellen dargestellt.  Mit dem obigen 5-Minutentakt-Modell und den 12.000 KFZ/Tag ist ersichtlich, dass an vielen Stellen der 5-Minutentakt nicht ausreicht, um das Verkehrsaufkommen zu halbieren.

KFZ-Verkehrsströme im Ballungsraum Augsburg. Verkehr 4.0 fordert, die KFZ-Bewegungen bis 2026 zu halbieren, um die Klimaschutzziele erreichen zu können.

LINK (opens in a new tab)“>Zur interaktiven Karte mit Verkehrszählungen geht es hier-> LINK

Mit diesem „Bestandswissen“ kann nun auf Verbesserungsvorschläge für eine Verbesserung des ÖPNVs im Ballungsraum Augsburg geschlossen werden. Die einzelnen Forderungen des Konzeptes „Verkehr 4.0 für den Ballungsraum Augsburg“ werden im Kapitel Konzept Verkehr 4.0 vorgestellt und einzeln erklärt.

Fazit – Wie muss es weiter gehen?

Die Umsetztung des Konzepts muss sofort beginnen. Eine Verzögerung der Verkehrswende kann nicht akzeptiert werden, da ausreichend viele Studien, Daten, Analysen und Grundlagen im Verkehrsbereich vorliegen. Andere Lösungen zum Klimawandel wie energiesparendere KFZ sind aus den Erfahrungen der letzten 20 Jahre gescheitert und nicht umsetzungsfähig. Das Konzept „Verkehr 4.0 im Ballungsraum Augsburg“ mit Optimierungen oder ein alternaties Mobilitätskonzept muss von den neuen Kommunalparlamenten im Ballungsraum Augsburg bis 2026 umgesetzt werden! Fragen Sie ihren Lokalpolitiker nach einer Lösung zum Verkehr, wie sollen die Treibhausgasemissionen halbiert werden? Die gewählten Volksvertreter haben diese Verantwortung mit der Annahme ihrer Wahl auf sich genommen.

Fragen? – Neugierig auf mehr? – Fragen Sie!

Bei FAQ sind häufig gestellte Fragen erklärt.

Eine sehr ausführliche Begründung und Beschreibung für das Konzept kann im Download-Bereich heruntergeladen werden. Die Folien sind für einen Vortrag erstellt und daher etwas holprig zum lesen.

Über ein Feedback als Kommentar (wird nicht veröffentlicht) oder eine e-mail an info@verkehr4x0.de sind wir Ihnen sehr dankbar.

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